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am 28.09.2008

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Armin,

Männervesper 2008

 

Neurieder Männervesper: 

Männer reden über alles, jedoch nur selten über das, was sie persönlich berührt, ihnen zu schaffen macht, sie ängstigt oder mutig macht. In vielen Bereichen des „männlichen Lebens“ gibt es dafür auch kaum Gelegenheit. Frauen sind da traditionell vielleicht etwas besser dran und haben sich auch unter kirchlichen Dächern schon lange zu Frauenfrühstücken etc. getroffen. Ziel des Männervespers ist es, Männer miteinander ins Gespräch über ihnen wichtige Dinge zu bringen, die besser nur unter Männern besprochen werden. Kurze Referate zu relevanten Männer-Themen zeigen Problemfelder auf und schlagen Lösungswege vor. Dies geschieht bewusst auf Grundlage eines christlichen Menschen-, oder konkreter: Männerbildes.  

Die ehrenamtliche Arbeit wurde 2002 begonnen und wird inzwischen von einer Gruppe Männer getragen, die mehrheitlich der evangelischen Kirche in Ichenheim angehören. Die ev. Kirchengemeinden Ichenheim. Dundenheim und Schutterzell unterstützen die Arbeit moralisch und finanziell. Die Bestrebungen, Männer aus anderen Neurieder Ortsteilen und anderen Konfessionen zur Mitarbeit zu bewegen sind bislang noch erfolglos geblieben. Unter den Gästen und Teilnehmern finden sich jedoch regelmäßig Männer verschiedenster konfessioneller und örtlicher Herkunft.  Die bislang 8 Veranstaltungen fanden meistens im Ichenheimer Gasthaus Löwen statt, da dort eine gute Atmosphäre, mit der gewünschten Öffentlichkeit und angenehmer Vertrautheit herrscht. Die 2 jährlichen Veranstaltungen sind bewusst in die dunklere Jahreszeit gelegt, damit Arbeiten in der Landwirtschaft oder rund-ums-Haus der Teilnahme nicht im Wege stehen.

Das Männervesper findet an einem Freitag statt und wird zuvor in der Presse beworben. Man kommt so gegen 19:00 Uhr zusammen, wird begrüßt, plaudert an den Tischen, isst und trinkt gemeinsam und lässt sich durch live-gemachte Musik inspirieren. Ein Referent hält einen Vortrag zum Thema des Abends, über das man dann entweder in großer Runde oder an den Tischen gemeinsam nachdenken und reden kann. Wer’s eilig hat kann früh gehen, wer noch bleiben will darf dies auch gerne tun.

Die Gäste zahlen für ihr Essen und Trinken beim Wirt. Mancher lässt noch eine kleine Spende zur Deckung der Unkosten im „Hut“ am Ausgang. Damit werden die Unkosten für Plakatwerbung, Fahrtkosten für den Referenten und Musiker und ein kleines Gastgeschenk gedeckt.

Bisher wurden folgende Themen behandelt:

·         Wer nicht über seine Zukunft nachdenkt, wird keine haben

·         Wie viel Vater braucht ein Kind?

·         Brauchen echte Männer Vorbilder – Orientierung finden und geben

·         Lebensziele

·         Hilfe ich habe überlebt! Erlebnis von Krankheit und Tod des Partners

·         Die Macht der Stimme: Stimme-Sprechen-Persönlichkeit

·         Männer sind Vorbilder – Ob sie wollen oder nicht und egal was sie tun

·         Arbeit – Identität – Ängste – Abhängigkeiten

·         Wir werden älter – aber auch reifer?

·         Männer sind anders, Frauen auch

Das nächste Männervesper ist für Freitag, den 21.November 2008 geplant:  Als Referent ist Dietmar Keiner aus Ortenberg eingeladen. Er wird mit uns über Fragen von Abschied, Trauer und Loslassen nachdenken.

Armin, Gemeinedezeitung

zum

 Paul-Gerhardt-Jahr 2007

Geh aus, mein Herz, und suche Freud -

Der 30-jährige Krieg mit seinem Schrecken ist seit 1648 offiziell beendet. Doch, wer überlebte, findet sich nun in einer entvölkerten und zerstörten Welt, von existenzieller Angst, Verrohung und Orientierungslosigkeit geprägt. Verwüstet und verwildert, wie die Dörfer und Städte sind die Herzen Ihrer Bewohner.

Paul Gerhardt lebt zu dieser Zeit mit seiner Familie wohl in Berlin, einer unbedeutenden brandenburgischen Geisterstadt mit gerade noch 7000 Einwohnern die der Krieg und die Pest am Leben ließ. Unter seinem Regenten Kurfürst Friedrich Wilhelm wird Berlin zunehmend bewohnbar und als Zeichen seiner Macht lässt er schon bald verwilderte Parks erneuern und öffentliche Gärten anlegen. Ordnung, Struktur, Beweis von Macht und Lebenskraft nach Dekaden des Todesstimmung.

In diese Zeit hinein erscheinen die Strophen des wohl bekanntesten Sommergesangs christlicher Prägung wie ein lebender Lichtstrahl in der Nacht. Der Dichter macht sich und uns Beine, mit zu kommen in eine paradiesische Welt des Lebens. So positiv und lebensstrotzend, wie ein Garten Eden. Es fehlt an nichts und nichts bedroht uns hier.

Gerhardt durchwandert mit uns nicht einen fürstlichen Lust- und Prachtgarten, sondern wir durchqueren eine ganze Welt prall voller Lebenskraft, die ansteckt und begeistert. Wer will, hier wo doch alles so lebendig ist noch leblos bleiben?

Was für uns das vollkommene Erdenleben darstellt, ist „Gottes großes Tun“ und ein Geschenk seiner Liebe an uns. Daran gibt’s für Paul Gerhardt keinen Zweifel. Und doch ist für ihn alles was wir hier an Leben schauen, riechen, spüren und schmecken ähnlich einer Fata Morgana der ewigen Wirklichkeit in Gottes Gegenwart. Dadurch wird das Irdische nicht minderwertig aber vorläufig, fast so, als lockte uns Gott, mit für uns verständlichen Bildern, in die eigentliche Realität jenseits unseres Lebens. Wie wenn uns der Mund beim Lesen der ausgehängten Speisekarte schon wässrig wird, obwohl das Restaurant noch nicht geöffnet hat.

Ach, denk ich bist du hier so schön

und lässt du’s uns so lieblich gehn

auf dieser armen Erden:     

was will doch wohl nach dieser Welt

dort in dem reichen Himmelszelt

und güldnen Schlosse werden!

Hier werden wir mit einer mächtigen und konkreten Erwartungshaltung für das Leben nach dem Tod konfrontiert,  die völlig ohne depressive Todessehnsucht daher kommt. Das irdische Leben hat für den Dichter seine Zeit, seine Bedeutung und seinen Sinn:

Mach in mir deinem Geiste Raum,

dass ich dir werd ein guter Baum,

und lass mich Wurzel treiben.

Verleihe, dass zu deinem Ruhm

ich deines Gartens schöne Blum

und Pflanze möge bleiben (werden?)

Durchschreiten Sie selbst doch mal mit Paul Gerhardt seine Welt in 15 Liedstrophen. Gönnen Sie sich dafür etwas Zeit und Ruhe. Was der Dichter Ihnen, über die Jahrhunderte hinweg, wohl zuflüstert? (im ev. Gesangbuch Nr. 503)